Mt. Sinai

Mt. Sinai - Pilgern zur Wiege von Juden und Christen

Wir hatten uns entschieden den Aufstieg vom Katherinenkloster zum Berg Sinai des Nachts zu absolvieren, um auf dem Gipfel den Sonnenaufgang zu genießen. So waren wir gegen 1:00 Uhr Nachts am Katherinenkloster angekommen. An der Stelle des Katherinenklosters soll der brennende Dornbusch gestanden haben, aus dem Gott zu Moses gesprochen haben soll. Daraufhin begab sich Moses auf den Berg Sinai und empfing von Gott die 2 Steintafeln mit den 10 Geboten. Aus dieser christlichen Tradition heraus, die auch fester Bestandteil des jüdischen und islamischen Glaubens ist, pilgern jede Nacht Massen auf den Berg Sinai, beten unter dem Gipfel und singen kirchliche Lieder, was uns aber nicht weiter störte, da daß Gelände entsprechend weitläufig ist und so auch etwas Privatsspähre bleibt.

Der Aufstieg an sich war beschwerlich, da es Nicole aus ungeklärten Gründen ziemlich schlecht ging. So mußten wir viele Pausen einlegen. Einen Teil der Wegstrecke legte Nicole dann auf dem Kamel zurück. Irgendwann waren wir am Gipfel angekommen, suchten uns ein schönes ruhiges Plätzchen, hüllten uns in den mitgebrachten Schlafsack, und warteten aneinander gekuschelt auf die ersten Sonnenstrahlen. Dieser sehr romantische Teil, sowie der Sonnenaufgang selbst gefiehl uns sehr gut.


Sonnenaufgang auf dem Mt. Sinai

Anschließend machten wir uns an den Abstieg, Nicole ging es wieder besser, und das organisierte Kamel war mehr eine Qual denn eine Hilfe, da es jeden Stein mitnahm und Nicole lieber laufen wollte. Ohne weitere Pause erreichten wir das Katherinenkloster. Ein sehr stressiger, aber auch schöner Ausflug war zu Ende.

Auf dem Rückweg nach Dahab fühlte ich mich dann an meine Schulzeit erinnert. Ich saß im Religionsunterricht und lauschte gespannt der Geschichte meines Leherers Arnulf Zittelmann, der uns vom Auszug der Israeli aus Ägypten berichtete. Ich hatte mir damals in meiner kindlichen Vorstellung die Sinaiwüste ganz anders vorgestellt. Viel Sand, ab und an ein Strauch, und eben jenen einen Berg, auf den Moses stieg und die 10 Gebote in empfang nahm. Daß die Sinaiwüste aus einer derart zerklüftelten und schönen Berg- und Felsenlandschaft besteht, hatte ich mir damals nicht vorzustellen vermocht. Irgendwie fühlte ich mich dennoch in die damalige Zeit versetzt und versuchte diese Geschichte mir nochmal neu vorzustellen. Mich überkam allerdings auch der Eindruck, daß Moses ein schlechter Führer gewesen sein muß. 40 Jahre wanderte er mit dem Volk Israel durch diese Wüste, ehe er das gelobte Land erreicht. Wir brauchten keine 2 Stunden. Allerdings fuhren wir auch nur bis Dahab und nicht bis Jericho.


Das Katherinenkloster


kostenlose counter