Boquete

Flucht nach Boquete

Da das Wetter in Bocas del Toro einfach nicht besser werden wollte, traten wir irgendwann die Flucht an. Am späten Vormittag ging es per Speedboat zum Festland und weiter mit dem Bus Richtung David. Die Busfahrt durch das Bergland war toll. Die schöne Landschaft wurde untermalt von den Einheimischen in ihren traditionellen Indianertrachten unterstützt von karibischen Musikklängen aus der Stereoanlage des Busses. Eine typische Überlandfahrt eben. Aber nach der monotonen Langeweile aus Bocas del Toro war das genau das Richtige...


In Boquete

Unser Ziel war es eigentlich von David über Santiago nach Santa Fe weiter zu reisen. Da wir aber erst relativ spät in Bocas gestartet waren, mussten wir uns dieses Ziel irgenwann abschminken. Ein Alternativplan musste her und wir entschieden uns nach Boquete zu reisen. Dort angekommen wäre ich am liebsten mit dem nächsten Bus wieder nach David gefahren. Auf den ersten Blick gefiel uns Boquete so gar nicht. Doch wir sollten unseren Aufenthalt nicht bereuen.


Blick über den "Mi Jardín Es Su Jardin"

Boquete verfügt Dank seiner Höhe von etwa 1.000 Metern über ein relativ mildes Klima. Es wird vor allem Nachts relativ kühl, was es vor allem bei us-amerikanischen Rentnern zu einem beliebten Altersruhesitz macht. Bei Touristen ist es vor allem als Ausgangspunkt für Touren zum Volcan Baru, dem höchsten Berg Panamas, und aufgrund seiner üppigen Natur beliebt. Nun, zu einer Bergtour konnte ich Nicole natürlich nicht überreden. Daher waren unser Ziel die beiden öffentlichen Privatgärten Boquetes. Der "Mis Jardin Es Su Jardin" und der "Jardin El Explorador"...


Der "Mi Jardín Es Su Jardin" bot eine tolle Vielfalt an Blumen

Auf dem Weg zum "Mis Jardin Es Su Jardin" hieß es aber erst einmal Kaffeetrinken. Das Bergland um Boquete ist ein weltberühmtes Kaffeeanbaugebiet. So machten wir eine Pause bei Cafe Ruiz, einem der größten Kaffeeexporteure des Landes. Der Kaffee war gut und der "Mis Jardin Es Su Jardin" wunderschön. Eine tolle Blumenvielfalt sehr schön gestaltet. Überhaupt waren die Gärten und Vorgärten der Häuser Boquetes wirklich sehenswert. Vor allem die riesigen Engelstrompeten hatten es uns angetan.


Im "Jardín El Explorador"

Unser nächstes Ziel war der "Jardin El Explorador". Hier war der Besitzer vor allem künstlerisch tätig. Überall waren Figuren und Gesichter in den Garten eingebracht, die auf einem schmalen Grad zwischen künstlerischer Freiheit und Kitsch zu wandern schienen. Wir fanden es beide recht witzig, auch wenn der Garten an den Ersten natürlich nicht heran kam. Alles in Allem war Boquete ein gelungener Ausflug. Und obwohl hier die wohl größte Dichte an Reichen Panamnesen und Ausländern herrscht, war es doch einer der günstigsten Orte, die wir in Panama bereisten.


Im "Jardín El Explorador" stand vor allem die "künstlerische Freiheit" im Vordergrund

Generell ist Panama ein unglaublich teures Reiseland. Wobei wir uns beide mit den doch recht hohen Preisen noch hätten anfreunden können, wenn es denn für das Geld auch eine entsprechende Gegenleistung gegeben hätte. Dem war aber nicht so. So fingen wir bald an vom Preisverhältnis zu reden, denn ein Preis- Leistungsverhältnis gab es nicht, da die Leistung fehlte. Anders formuliert: Hotelpreise selbst für die schäbigsten Unterkünfte, Preise in Restaurants oder in Supermärkten waren in der Regel deutlich teurer als das in Deutschland der Fall ist. Nur während ich selbst in billigen Unterkünften in Deutschland wenigstens einen Schrank oder einen Fernseher habe, muss ich in Panama damit leben für $40 nicht einmal warmes Wasser zu bekommen. Ein schmackhaft gewürtzes Essen in einem normalen Restaurant ist keine Selbstverständlichkeit! Gesalzen sind in der Regel nur die Preise. Und es soll auch keiner erwarten in den Garküchen, vergleichbar mit unseren Dönerrestaurants, das Essen warm serviert zu bekommen...


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